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Fussball - Geschichten

Promotion League - Vorschau auf die Rückrunde 2019/2020

Roland Deschain (DeRo) - 26.02.2020

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Die Winterpause ist vorbei, die Präsidenten und Sportchef waren fleissig. Spieler wurden verpflichtet, andere abgegeben - Trainer in die Wüste geschickt und neue Wunderwuzzis angestellt. Wir blicken in die Glaskugel bzw. wagen eine Prognose.

Der souveräne Leader entlässt den Trainer

Der Yverdon-Sport FC wechselte als Tabellenführer nach der Herbstrunde überraschend den Trainer - Anthony Braizat wurde durch Jean-Michel Aeby ersetzt. Dieser führte Etoile Carouge zurück in die dritte Liga und in der Vorrunde auf Rang 4.
Die Waadtländer wollen unbedingt in die Challenge League aufsteigen, mit 7 Punkten Vorsprung sollte dies ohne Probleme möglich sein. Der Klub investierte noch einmal bzw. der Sportdirektor Serge Duperret wirbelte. Von Xamax wurde der Mittelfeldspieler Pietro Di Nardo geholt, dem Konkurrenten Bellinzona wurde Sergio Cortelezzi (9 Tore) abgeluchst, von Vevey United kommt der erfahrene und treffsichere Gentian Bunjaku. Da ist der Abgang von Altstar Christos Aravidis (zurück nach Griechenland, PAS Lamia) zu verkraften, vor allem konnte dieser nicht restlos überzeugen. Alles andere als ein souveräner Durchmarsch von Yverdon wäre eine Überraschung und Enttäuschung.

1. Yverdon-Sport 17/38, 2. Rapperswil-Jona 17/31, 3. Stade Nyonnais 17/30, 4. Etoile Carouge 17/30, 5. Black Stars 17/29, 6. Bellinzona 17/27, 7. SC Brühl SG 17/26 , 8. FC Basel II 17/22, 9. Breitenrain 17/22, 10. FC Sion II 17/20, 11. FC Köniz 17/20, 12. SC Cham 17/19, 13. FC Zürich II 17/18, 14. Bavois 17/16, 15. YF Juventus 17/15, 16. Münsingen 17/9

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Kann ein Team Yverdon herausfordern?

Hinter dem Tabellenführer glaubt niemand mehr richtig an den Aufstieg, wir sind gespannt ob ein Klub Yverdon doch noch fordern kann. Interessant dürfte sein, welche Klubs überhaupt die Lizenz für die zweite Liga beantragen. In der Vergangenheit waren immer wieder Zwangsabsteiger zu verzeichnen, auch wenn dies in dieser Saison eher unwahrscheinlich sein dürfte.

Der Absteiger FC Rapperswil-Jona will wieder zurück in die zweite Liga, doch der direkte Wiederaufstieg muss es nicht sein. In der Winterpause traten mit Jonas Elmer und Stéphane Nater zwei erfahrene Recken zurück. Mittelfeldspieler Nater bleibt dem Klub erhalten, er wird Assistenzcoach. Ersetzt werden sie durch junge Spieler, dabei sind mit Noah Blasucci und vor allem Bruno Morgado zwei bekannte Gesichter. Etwas Brisanz hat der Zuzug vom 22-jährigen Morgado, er kommt vom FC Sion. Am 5. März 2020 empfängt Rapperswil die Walliser im Cup, vielleicht gelingt eine Sensation.

Ein weiterer Klub hatte es in der Pause mit dem FC Sion zu tun. Der Erfolgstrainer Ricardo Dionisio wurde dem FC Stade Nyonnais unfreundlich abgeworben. Aktuell würde Christian Constantin ihn wohl gerne wieder zurückgeben. Mit Anthony Braizat haben die Waadtländer einen kompetenten Nachfolger gefunden. Dieser möchte es natürlich seinem Ex-Klub Yverdon zeigen, als Leader entlassen und danach den Underdog auf Platz 1 führen, dies wäre eine Geschichte. Dies wird kaum Realität werden, les Stadistes überraschten bisher mit einer stark verjüngten Mannschaft, es ist zu rechnen, dass der Klub im Mittelfeld landet.

Auf Platz 4 und 5 stehen die beiden Aufsteiger, auch sie werden kaum den Leader ernsthaft fordern können.
Etoile Carouge verlor seinen Trainer an den Spitzenreiter, ersetzt wurde Jean-Michel Aeby durch Claudio Morelli, er ist eher ein unbeschriebenes Blatt. Zusätzlich wird ein neuer Vorstand gesucht, vor der Saison war ein Podestplatz die forsche Zielsetzung. Dies ist weiterhin möglich und unterdessen sogar realistisch, mehr aber nicht.
Der Königstransfer Geoffrey Tréand wurde bisher von Oscar Correia ausgestochen, er ist sicherlich eines der grössten Talente in der Promotion League. Ein anderer Star Julian Esteban kam nach seinem Comeback noch zu keinem Einsatz, der Körper scheint wieder nicht mitzuspielen.

Der zweite Aufsteiger Black Stars möchte sich als Nummer 2 in Basel etablieren. Für die Rückrunde wurde der Kader verjüngt. Alle Neuzugänge sind Basler (Ex-FC Basel-Nachwuchs) und konnten sich in der Fremde nicht wie erhofft entwickeln. Mit Nicolas Hunziker kommt sogar ein Spieler mit Super League Erfahrung. Dafür muss der Abgang von Altstar Gonzalo Zarate verkraftet werden, seine Gesundheit macht nicht mehr mit. Allenfalls wird Torjäger Deny Gomes den Klub ebenfalls verlassen bzw. wegen seines Studium kürzer treten. Neuzugang Hunziker ist also gefordert, ihm ist aber zuzutrauen, dass er die beiden vergessen machen kann.

Die AC Bellinzona startete ambitioniert in die Saison, doch die Konstanz fehlte. Den Aufstieg hat der Klub abgehackt. Der Kader wurde deutlich verjüngt und mit Sergio Cortelezzi wechselte einer der Stars zur direkten Konkurrenz. Die Abgänge wurden durch junge Leihspieler ersetzt - unter anderem Ivan Lurati vom FC Sion (bzw. FC Chiasso). In der Rückrunde wird im Sturm viel von Gaston Magnetti abhängen. Finden sich die Tessiner, liegt Platz 2 in Reichweite.

Das Mittelfeld oder die Angst vor dem Abstieg geht um

Die Zielsetzung von Brühl Trainer Heris Stefanachi ist defensiv. Er möchte möglichst schnell nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben, mit 11 Punkten Vorsprung auf YF Juventus sollte dies problemlos machbar sein. Für Sportchef Roger Jäger ist der Weg noch nicht zu Ende und es besteht kein Anpassungsbedarf. Einzig die Verletztenliste macht dem Team etwas sorgen, für den Rückrundenstart wird mit vier Absenzen gerechnet. Nicolas Eberle hat das Innenband gerissen und wir die gesamte Rückrunde ausfallen.

Ab Platz 8 beginnt die Gefahrenzone, die Nachwuchsteams von Basel, Sion und Zürich werden sich wohl retten können. Sie werden im Notfall sicherlich auf den einen oder anderen arrivierten Spieler zurück greifen.
Die beiden Berner Klubs haben etwas Vorsprung, doch auf der sicheren Seite sind sie nicht. Der FC Breitenrain konnte sich vor der Winterpause steigern und holte in den letzten 5 Spielen starke 12 Punkte. Die Stadtberner gehen mit mehr oder weniger denselben Spielern in die Rückrunde. Die bekannteste Mutation ist der Abgang von Christian Schwab zum SC YF Juventus, wobei er in der Vorrunde nicht zum Einsatz kam. Eine einstellige Rangierung ist möglich und wäre ein schöner Erfolg.
Das junge Team des FC Köniz startete sehr stark und zeigte attraktiven Fussball. Der unerfahrene Trainer Silvan Rudolf wird im Frühjahr gefordert sein, zuletzt war die Punkteausbeute eher bescheiden. Dies muss sich ändern, sonst wird es schwierig mit dem Klassenerhalt, die Reserve von 5 Punkten ist schnell weg.

Der SC Cham gehört zum Inventar der Promotion League, die Hinrunde verlief aber harzig und der Verein steckt im Abstiegskampf. Die Innerschweizer behielten bisher einen kühlen Kopf. Nur kleinere Retouchen wurden vorgenommen, der Transfer von Roman Herger zum FC Baden musste hingenommen werden. Dem Trainer Roland Schwegler und seinem Team ist eine Steigerung zuzutrauen, im Normalfall wird der Klub nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Einen Punkt vor dem Abstiegsplatz befindet sich der FC Bavois. Bisher überraschten die Waadtländer immer wieder und trotzten dem Abstieg. Diese Saison trauten wir ihnen ein Mittelfeldplatz zu und nun sieht es düster aus, sozusagen verkehrte Welt.
Bekim Uka - seit 8 Jahren im Klub - hat reagiert, langjährige Spieler wie Aziz Demiri und Altstar Luis Pimenta haben das Team verlassen. Leihweise wurde die Mannschaft mit Blerim Iseni (Stade Lausanne) und Dilan Quela (Xamax) verstärkt. Es dürfte aber eine schwierige Frühjahrsrunde werden.
Auf ein Hightlight freut sich der ganze Klub, anfangs März folgt der Helvetia Cup Viertelfinal in Winterthur, das kleine Bavois möchte in den Halbfinal vorstossen. Dieses Spiel könnte dem Team neuen Schub verleihen.

#PromotionLeague, Schweiz, Fussball, Gaston Magnetti, AC Bellinzona, Oscar Correia, Etoile Carouge, Piero Bauert, SC YF Juventus

Wie in den letzten Jahren üblich, steht der YF Juventus im Abstiegskampf. Piero Bauert - der CC der Promotion League - hat für die Mission Klassenerhalt mit Ergün Dogru einen neuen Coach verpflichtet. In Zug dürfte man froh sein, dort führte er Zug 94 auf den letzten Platz - mit mickrigen 5 Pünktchen. Dies ist sicherlich ein sehr mutiger Entscheid. Die Chancen stehen gut - oder besser gesagt eher schlecht - dass die Zürcher den Trainer noch einmal wechseln.
Der Paradiesvogel Guy Roger Eschmann taucht nicht mehr im Kader auf, dafür sollen Nick von Niederhäusern (FC Wil) und Christian Schwab (FC Breitenrain) das Team stabilisieren. YF Juventus hätte eigentlich genügend Qualität, doch irgendwann wird es die Stadtzürcher wohl erwischen. Diese Saison wäre es keine Überraschung.
Wirklich traurig, dass der Traditionsverein es nicht schafft, mehr Zuschauer anzusprechen und sich zu einem guten Promotion League Verein zu entwickeln. Die Grossstadt Zürich sollte eigentlich das Potenzial für einen Spitzenverein in der dritthöchsten Liga haben. Aber auch die grossen Zürcher-Klubs haben Probleme und lassen den kleinen Clubs nur Brosamen übrig.

Die Aaretaler vom FC Münsingen sind abgeschlagen Letzter, die Berner werden den Abstieg nicht verhindern können. Sie werden es ihren Gegnern aber nicht leicht machen und den einen oder andern Punkt erobern.

Elfsport-Prognose
1. Yverdon, 2. Rapperswil, 3. Bellinzona, 4. Black Stars, 5. Etoile Carouge, 6. SC Brühl, 7. Stade Nyonnais, 8. Basel II, 9. Zürich II, 10. Breitenrain, 11. Cham, 12. Sion II, 13. Köniz, 14. Bavois, 15. YF Juventus, 16. Münsingen