Schweiz - Promotion League - Saison 2025/2026
Runde 16 - SC Kriens ist vorzeitig Herbstmeister
Roland Deschain (DeRo) - 17.11.2025Die Promotion League bleibt spannend: Der SC Brühl und der FC Bavois gewinnen und halten einigermassen Anschluss an Leader SC Kriens, der seine Partie drehte und sich die Herbstmeisterschaft sicherte. Während im Tabellenkeller alle drei Schlusslichter wichtige Siege feiern, steckt Aufstiegsfavorit und Krösus FC Schaffhausen tief in der Krise – und kämpft plötzlich selbst gegen den Abstieg.
Runde 16 FC Breitenrain Bern - FC Paradiso 0 - 1, FC Grand-Saconnex - FC Schaffhausen 3 - 0, FC Lausanne-Sport U21 - FC Lugano U21 2 - 0, FC Kreuzlingen - FC Biel-Bienne 1896 1 - 1, SC Cham - FC Bavois 0 - 2, SC Brühl St.Gallen - FC Bulle 2 - 1, SC Kriens - BSC Young Boys U21 2 - 1, Vevey-Sports - FC Basel 1893 U21 2 - 1, FC Luzern U21 - FC Zürich U21 0 - 0
Hoval Promotion League - 2025/2026 1. SC Kriens 16/42, 2. SC Brühl St.Gallen 16/38, 3. FC Bavois 16/35, 4. BSC Young Boys U21 16/30, 5. FC Biel-Bienne 1896 16/26, 6. FC Basel 1893 U21 16/24, 7. FC Luzern U21 16/21, 8. SC Cham 16/21, 9. FC Zürich U21 16/20, 10. FC Lausanne-Sport U21 16/19, 11. FC Lugano U21 16/19, 12. FC Breitenrain Bern 16/18, 13. FC Kreuzlingen 16/18, 14. FC Bulle 16/16, 15. FC Schaffhausen 16/16, 16. FC Paradiso 16/14, 17. FC Grand-Saconnex 16/13, 18. Vevey-Sports 16/4 Ein Aufsteiger in die Challenge League (Nachwuchsteams können nicht aufsteigen) / Zwei Absteiger in die 1. Liga Classic Die ersten sieben Mannschaften qualifizieren sich für den Schweizer Cup 2026/2027 - die Nachwuchsteams/U21 sind davon ausgeschlossen.
FC Schaffhausen stürzt weiter ab – Grand-Saconnex gewinnt im Regen Im strömenden Regen des Stade du Blanché setzte sich am Samstagabend ein bedrückender Trend fort: Der FC Schaffhausen blieb zum fünften Mal in Folge ohne Torerfolg. Statt eines Befreiungsschlags erlebten die Munotstädter ein weiteres Debakel – und das gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Während die Gäste aus Schaffhausen in der Offensive kaum Durchschlagskraft entwickelten, nutzte der FC Grand-Saconnex die Schlussphase eiskalt aus. Innerhalb von 30 Minuten erzielten die Genfer drei Treffer und sicherten sich damit nicht nur einen klaren 3-0-Sieg, sondern auch drei eminent wichtige Punkte im Kampf um den Ligaerhalt. Noch vor Saisonbeginn galt der FC Schaffhausen als einer der großen Aufstiegsanwärter. Doch die Realität sieht inzwischen düster aus: In den letzten zehn Partien kassierte der Absteiger sieben Niederlagen. Statt oben mitzuspielen, liegt der Klub nur noch drei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Auch abseits des Platzes herrscht Unruhe. Seit der Entlassung von Fabio Digenti Anfang Oktober ist der Trainerposten vakant. Interimstrainer Teodoro Palatella versucht zwar, die Mannschaft zusammenzuhalten, doch die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Sportchef Bernt Haas ist gefordert oder vielleicht auch überforert?
Endlich ein Lichtblick für Vevey-Sports Vevey-Sports hat es geschafft – im 16. Anlauf feierte der Traditionsverein seinen ersten Sieg der laufenden Saison. Vor heimischem Publikum im Stade de Copet bezwangen die Waadtländer die U21 des FC Basel und sorgten damit für einen seltenen Moment der Freude in einer ansonsten tristen Spielzeit. Die Erleichterung war spürbar: Spieler, Trainer und Fans feierten die drei Punkte, die sich wie eine Befreiung anfühlten. Doch trotz des Erfolges bleibt die Realität hart. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt weiterhin zehn Punkte – ein nahezu uneinholbarer Abstand, der den drohenden Gang in die 1. Liga Classic kaum verhindern wird. Neben den sportlichen Sorgen lasten auch finanzielle Probleme schwer auf dem Verein. Die Zukunft von Vevey-Sports ist ungewiss, die Herausforderungen sind gewaltig. Umso wichtiger war dieser Sieg: ein kleiner Hoffnungsschimmer, ein Zeichen dafür, dass Kampfgeist und Leidenschaft noch nicht verloren gegangen sind.
FC Paradiso überrascht in Bern Der FC Paradiso sorgt für eine kleine Überraschung: Mit einem knappen 1-0-Auswärtssieg beim FC Breitenrain sichern sich die Tessiner drei wichtige Punkte. Ein einziges Tor reichte, um die Berner im eigenen Stadion zu bezwingen – und die Gäste damit im Abstiegskampf auf Kurs zu halten. Für Breitenrain ist die Niederlage ein herber Rückschlag. Statt sich ins vordere Mittelfeld abzusetzen, bleibt die Mannschaft im Tabellenkeller verhaftet. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt zwar noch fünf Punkte, doch die Luft wird dünner. Trainer Alain Villard, der seine erste Saison an der Seitenlinie bestreitet, hatte sich den Verlauf wohl deutlich einfacher vorgestellt. Paradiso hingegen darf durchatmen: Mit den drei Auswärtspunkten behaupten die Tessiner Platz 14.
FC Kreuzlingen trotzt dem FC Biel Der Aufsteiger FC Kreuzlingen sammelt weiter wie ein fleissiges Eichhörnchen Punkt um Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Auch gegen den FC Biel-Bienne gelang es den Thurgauern, sich zu behaupten – und das trotz zwischenzeitlichem Rückstand. Die Seeländer hatten sich viel vorgenommen: Nach zwei Siegen in Serie sollte der dritte Erfolg folgen. Doch die erhoffte Konstanz blieb aus. Trainer Samir Chaibeddra muss Antworten finden, wenn die Saison nicht im grauen Mittelmass enden soll. Das 1-1 im Hafenareal ist mehr als nur ein Punktgewinn für Kreuzlingen – es ist ein Signal, dass der Aufsteiger bereit ist, sich gegen etablierte Gegner zu behaupten.
FC Bavois meldet sich zurück Nach der bitteren und überraschenden Heimniederlage gegen den FC Kreuzlingen, der ersten Pleite der Saison auf dem Terrain des Peupliers, stand der FC Bavois unter Zugzwang. Die Rot‑Weissen wollten beweisen, dass der Ausrutscher nur ein einmaliger Aussetzer war – und sie taten es eindrucksvoll. Trainer Bekim Uka fand in der Trainingswoche offenbar die richtigen Worte. Seine Mannschaft präsentierte sich in Cham wieder geschlossen, konzentriert und entschlossen. Mit einem klaren 2-0-Erfolg kehrte Bavois auf die Erfolgsstrasse zurück und setzte ein wichtiges Zeichen im Kampf um die Spitzenplätze der Promotion League. Von Beginn an zeigte Bavois, dass man die Niederlage gegen Kreuzlingen hinter sich lassen wollte. Die Defensive stand gewohnt kompakt und nach dem Platzverweis gegen den Chamer Nico Stucki, nutzte der Gast die Chancen eiskalt. Für den SC Cham bedeutet die Niederlage hingegen Stagnation. Statt den Anschluss an die oberen Tabellenränge herzustellen, bleibt der Klub im Mittelfeld stecken. Die fehlende Durchschlagskraft im Angriff machte sich einmal mehr bemerkbar.
SC Brühl bleibt zu Hause ungeschlagen Der ehemalige Schweizer Meister SC Brühl empfing im Paul-Grüninger-Stadion den FC Bulle, einst Erstligist und aktuell im Abstiegskampf. Die Greyerzer haben zwar Ambitionen, doch bislang läuft die Saison nicht nach Wunsch. Von Beginn an übernahmen die Kronen das Kommando, doch das erste Tor erzielten überraschend die Gäste. Bis zur Pause fand Brühl keine Antwort und musste mit einem Rückstand in die Kabine. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang dem Heimteam die Wende – wenn auch etwas glücklich. Brühl nutzte seine Chancen konsequent, während Bulle zunehmend offensiver agierte und mit einigen Schiedsrichterentscheidungen haderte. Trotz Druck und Emotionen retteten die St. Galler den knappen Vorsprung über die Zeit. Mit diesem Sieg bleibt der SC Brühl im PGS weiterhin ungeschlagen und festigt seine Rolle als erster Verfolger von Leader SC Kriens. Die Kronen zeigen damit, dass sie im Aufstiegsrennen ernst zu nehmen sind, während der FC Bulle weiter nach Stabilität sucht, um den drohenden Abstieg zu verhindern.
SC Kriens krönt sich zum Herbstmeister Zum zweiten Mal in Folge strömten mehr als 1’000 Zuschauerinnen und Zuschauer ins Kleinfeld – und sie wurden für ihre Treue reich belohnt. Der SC Kriens bewies einmal mehr seine Stärke: Trotz frühem Rückstand drehte die Mannschaft die Partie und sicherte sich mit einem verdienten Sieg die Herbstmeisterschaft. Mit vier Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten SC Brühl haben die Zentralschweizer die beste Ausgangslage im Rennen um den Aufstieg. Nach 16 Spielen ist der Klub als einziges Team der Liga noch ungeschlagen – eine beeindruckende Serie, die den Anspruch untermauert, zurück in höhere Gefilde zu wollen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der SC Kriens stellt nicht nur die stabilste Mannschaft der Liga, sondern auch den höchsten Zuschauerschnitt. Das moderne Stadion Kleinfeld entwickelt sich zunehmend zur Festung, neun Spiele - neun Siege. Angesichts der Dominanz und Konstanz scheint es kaum vorstellbar, dass sich die Zentralschweizer den Aufstieg noch nehmen lassen. Die Mischung aus spielerischer Qualität, mentaler Stärke und breiter Unterstützung von den Rängen macht den SC Kriens zum klaren Favoriten. Die Herbstmeisterschaft ist damit nicht nur ein Etappensieg, sondern ein starkes Signal: Der SC Kriens ist zurück – und will den Weg nach oben konsequent zu Ende gehen.
Der Hinrundenmeistersteht fest – doch für den SC Kriens wartet zum Abschluss ein harter Brocken. Die Innerschweizer müssen auswärts beim FC Bavois antreten. Mit einem Heimsieg könnten die Waadtländer das Aufstiegsrennen noch einmal spannend machen – erst recht, falls der SC Brühl sein Auswärtsspiel gegen den FC Basel U21 für sich entscheidet. Im Abstiegskampf empfängt der FC Paradiso den abgeschlagenen Tabellenletzten Vevey-Sports. Die Tessiner könnten mit einem Erfolg etwas beruhigter in die Winterpause gehen. Auch der FC Schaffhausen steht unter Druck: Vielleicht gelingt den Munotstädtern endlich wieder ein Tor – ein Heimsieg ist dringend nötig. Die letzte Runde der Hinrunde verspricht damit reichlich Spannung.