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Schweiz - Promotion League - Saison 2025/2026

Runde 15 - Aufsteiger FC Kreuzlingen überrascht weiter

Roland Deschain (DeRo) - 10.11.2025

Die Promotion League bot am Wochenende einmal mehr Dramatik und Geschichten: FC Kreuzlingen überrascht den FC Bavois, während der SC Brühl als erster Verfolger des souveränen Leaders SC Kriens auftritt.
Der FC Breitenrain holt einen seltenen Auswärtspunkt, Trainer Mario Cantaluppi verabschiedet sich – und der FC Schaffhausen steckt weiter tief in der Krise.
In Biel gab es dagegen Grund zur Freude: Der FC Biel-Bienne feierte ein gelungenes Comeback in der Tissot-Arena. Für Spektakel sorgte der FC Luzern U21, der gegen Grand-Saconnex ein wildes 4-4 ablieferte, während der FC Bulle mit einem klaren 5-0-Heimsieg den Befreiungsschlag schaffte.

Runde 15
BSC Young Boys U21 - SC Cham 1 - 1, FC Paradiso - SC Kriens 0 - 1, FC Bavois - FC Kreuzlingen 1 - 3, FC Lugano U21 - FC Schaffhausen 0 - 0, FC Basel 1893 U21 - FC Breitenrain Bern 0 - 0, FC Luzern U21 - FC Grand-Saconnex 4 - 4, FC Bulle - Vevey-Sports 5 - 0, FC Biel-Bienne 1896 - FC Lausanne-Sport U21 4 - 1, FC Zürich U21 - SC Brühl St.Gallen 1 - 4

Hoval Promotion League - 2025/2026
1. SC Kriens 15/39, 2. SC Brühl St.Gallen 15/35, 3. FC Bavois 15/32, 4. BSC Young Boys U21 15/30, 5. FC Biel-Bienne 1896 15/25, 6. FC Basel 1893 U21 15/24, 7. SC Cham 15/21, 8. FC Luzern U21 16/21, 9. FC Zürich U21 16/20, 10. FC Lugano U21 15/19, 11. FC Breitenrain Bern 15/18, 12. FC Kreuzlingen 15/17, 13. FC Bulle 15/16, 14. FC Lausanne-Sport U21 15/16, 15. FC Schaffhausen 15/16, 16. FC Paradiso 15/11, 17. FC Grand-Saconnex 15/10, 18. Vevey-Sports 15/1
Ein Aufsteiger in die Challenge League (Nachwuchsteams können nicht aufsteigen) / Zwei Absteiger in die 1. Liga Classic
Die ersten sieben Mannschaften qualifizieren sich für den Schweizer Cup 2026/2027 - die Nachwuchsteams/U21 sind davon ausgeschlossen.

Promotion League Saison 2025/26, Resultate und Tabellen - Abbas Karaki, FC Kreuzlingen - Jean-Philippe Lebeau, FC Bulle - 9.11.2025

Vor nur 160 Zuschauern im Campo Pian Scairolo setzte sich Tabellenführer SC Kriens knapp, aber verdient gegen den FC Paradiso durch.
Die Partie begann ausgeglichen, doch nach 29 Minuten kippte das Spiel entscheidend: Paradiso-Verteidiger Tommaso Centinaro sah die zweite Gelbe Karte und musste vom Platz. Mehr als eine Stunde lang musste das Heimteam in Unterzahl gegen den Leader bestehen – eine denkbar schwierige Aufgabe.
Noch vor der Pause nutzte Kriens die numerische Überlegenheit. Torjäger Nando Toggenburger schlug in gewohnter Manier zu und erzielte das einzige Tor des Abends.
Die Zentralschweizer sind weiterhin ungeschlagen und sind unterdessen klarer Aufstiegsfavorit.

Die Kronen aus St. Gallen zeigten am Wochenende einen eindrucksvollen Auftritt und bezwangen den FC Zürich-Nachwuchs klar mit 4-1. Bereits zur Pause war die Partie praktisch entschieden.
Zwischen der 31. und 41. Minute legte der SC Brühl einen Zwischenspurt ein: Gleich drei Treffer innerhalb von zehn Minuten stellten die Weichen früh auf Sieg.
Kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Jean-Paul N Djoli mit seinem zweiten Treffer auf 4-0. Damit war die Begegnung endgültig entschieden. Der FCZ-Nachwuchs gab sich trotz des klaren Rückstands nicht geschlagen und kämpfte bis zum Schluss. Mehr als der Ehrentreffer gelang den jungen Zürchern jedoch nicht. Der SC Brühl ist damit erster Verfolger des SC Kriens, vier Punkte beträgt der Rückstand.

Ein trister Herbstnachmittag im Terrains Les Peupliers brachte dem FC Bavois nicht nur einen Saisonminusrekord an Zuschauern, sondern auch eine bittere Heimniederlage. Nur 98 Besucher verirrten sich ins Stadion – und sahen, wie die Gäste aus Kreuzlingen früh die Weichen auf Sieg stellten.
Bereits nach zwei Minuten schlug es im Tor der Waadtländer ein: Kreuzlingen-Captain Abbas Karaki traf zur frühen Führung. Der Schock sass tief, und die Gastgeber fanden keinen Zugriff auf die Partie. Nach 25 Minuten lag Bavois bereits mit 0-3 im Hintertreffen – ein Albtraumstart.
Bavois mühte sich, doch die Offensivaktionen blieben harmlos. Erst spät gelang den Hausherren der Ehrentreffer, der am Ausgang der Partie nichts mehr änderte. In der 86. Minute verlor Allan Eleouet die Nerven: Innerhalb weniger Augenblicke sah er zwei Gelbe Karten und musste vom Platz. Es war der unrühmliche Schlusspunkt.
Trainer Kürsat Ortancioglu und sein Team freuten sich über drei wichtige Zähler im Abstiegskampf.

FC Schaffhausen steckt in der Krise. Seit nunmehr vier Spielen wartet der Traditionsklub vergeblich auf einen Treffer. Nach drei Niederlagen in Serie konnte am Wochenende immerhin wieder ein Punkt eingefahren werden – ein kleiner Lichtblick in einer ansonsten tristen Phase.
Parallel zur sportlichen Durststrecke läuft die Suche nach einem neuen Cheftrainer weiter. Nach dem jüngsten Wechsel auf der Bank konnte bislang keine Lösung präsentiert werden. Die Verantwortlichen stehen unter Druck, denn die Mannschaft braucht dringend neue Impulse, um den Abwärtstrend zu stoppen.
Trotzdem möchte sich Verwaltungsratspräsident Martin Frick in der Trainersuche Zeit lassen: Es sei wichtig den richtigen Trainer zu finden. Unternehmer seien es sich gewohnt Rückschläge zu verarbeiten und Schritt für Schritt die Ziele zu erreichen. Mittelfristig möchten die Schaffhauser in die Super League.

Ein Spiel ohne Glanzlichter - der FC Breitenrain verdoppelte am Wochenende seine magere Auswärtsausbeute. Dennoch bleibt der Berner Quartierverein gemeinsam mit Vevey-Sports und dem SC Cham das schwächste Auswärtsteam der Liga.
Die Begegnung bot über weite Strecken wenig Spektakel. Erst kurz vor Schluss kam es zu einem unschönen Zwischenfall: Kaio Eduardo leistete sich eine Tätlichkeit und wurde folgerichtig des Feldes verwiesen.
Das Spiel markierte zugleich den Schlusspunkt für Mario Cantaluppi als Trainer der Basler. Der ehemalige Nationalspieler wird wohl künftig die U21 des FC Winterthur übernehmen. Sein Abgang verlief nicht ganz geräuschlos – hinter den Kulissen soll es zu Spannungen gekommen sein.

Der FC Biel-Bienne hat sein erstes Heimspiel nach der Umrüstung der Tissot-Arena auf Kunstrasen eindrucksvoll gewonnen. Vor 1’222 Zuschauern, der bislang höchsten Kulisse der Saison, feierten die Seeländer einen souveränen 4-1-Erfolg gegen den Nachwuchs von Lausanne-Sport.
Bereits in der ersten Halbzeit eröffnete der defensive Mittelfeldspieler Matthew Mäder den Torreigen und brachte die Gastgeber verdient in Führung, zur Pause stand es bereits 2-0 für die Seeländer.
Nach der Pause versuchte Lausanne-Sport U21 dagegenzuhalten. Der Anschlusstreffer ließ kurz Hoffnung aufkommen, dass die Partie noch einmal spannend werden könnte. Doch die Antwort der Bieler kam prompt: Nur drei Minuten später stellte Joker Mahamadou Doucoure den alten Abstand wieder her und sorgte für die Vorentscheidung. Biel-Bienne spielte die Partie abgeklärt zu Ende und erhöhte das Resultat noch weiter.

Der Luzerner Nachwuchs bleibt seinem Ruf treu: Wer die U21 sieht, bekommt Spektakel geboten. Am Wochenende erlebten die Zuschauer ein wildes Spiel mit sechs Toren innerhalb von nur 21 Minuten – am Ende stand ein 4-4, das wohl niemand so erwartet hatte.
Die Partie begann vergleichsweise verhalten. Mit einem gerechten 1-1 ging es in die Pause – ein Ergebnis, das wenig auf das folgen sollte, was nach dem Seitenwechsel geschah.
Nach Wiederanpfiff explodierte das Spiel förmlich. Zwischen der 58. und 61. Minute erzielten die Luzerner drei Treffer in Serie und führten plötzlich mit 4-1. Besonders bitter für die Gäste: Mahir Rizvanovic unterliefen gleich zwei Eigentore innerhalb von zwei Minuten. Die Partie schien entschieden, die Innerschweizer auf dem Weg zu einem klaren Sieg.
Doch die Genfer gaben nicht auf. Amin Hajoubi brachte sein Team mit einem Doppelpack zurück ins Spiel und verkürzte auf 4-3. Die Gäste witterten ihre Chance – und tatsächlich gelang Matteo Regillo in der 79. Minute der umjubelte Ausgleich zum 4-4.

Der FC Bulle hat nach vier Niederlagen in Serie eindrucksvoll zurückgeschlagen. Mit einem klaren Heimsieg gegen Vevey-Sports verschaffte sich die Equipe von Trainer Jean-Philippe Lebeau Luft im Abstiegskampf und liegt nun sechs Punkte vor dem FC Grand-Saconnex.
Bereits nach drei Minuten brachte Bulle die Zuschauer zum Jubeln: Die frühe Führung setzte den Ton für den Abend. Zwar wurden zwei weitere Treffer bis zur 15. Minute wegen Abseits aberkannt, doch die Gastgeber blieben drückend überlegen. In der 21. Minute folgte die Schlüsselszene: Mamoudou Kramoko Berte stoppte einen Angreifer regelwidrig als letzter Mann und sah die Rote Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Aimery Pinga souverän zum 2-0 – die Vorentscheidung war gefallen.
Die Waadtländer versuchten sich nach dem Rückschlag zu wehren, doch in Unterzahl fehlten die Mittel. Spätestens mit der Gelb-Roten Karte gegen Joseph Nkodo Bitobo in der 70. Minute war die Partie endgültig entschieden. Bulle nutzte die Räume und erhöhte bis zum Schlusspfiff auf 5-0.