Elfsport-Logo

Schweiz - Promotion League - Saison 2024/2025

Runde 34 - Drama pur - FC Baden wird durchgereicht

Roland Deschain (DeRo) - 26.05.2025

In der letzten Runde der Saison kam es zu mehreren entscheidenden Wendungen: Der FC Baden muss trotz eines Remis zum zweiten Mal in Folge den Gang in die tiefere Liga antreten. Die U21-Teams aus Lugano und Zürich nutzten ihre Chancen, gewannen ihre Partien und überholten die Aargauer dank der besseren Tordifferenz. Auch die SR Delémont verpasste den Klassenerhalt, nachdem in der Nachspielzeit ein Elfmeter vergeben wurde.
An der Tabellenspitze sicherte sich der FC Rapperswil-Jona mit Mühe gegen den FC Bavois den Meistertitel, während sich der SC Kriens mit dem zweiten Platz zufriedengeben muss.
Die letzten drei Startplätze im Schweizer Cup gingen an den SC Cham, den FC Grand-Saconnex und Vevey-Sports.

Runde 34
FC Lugano U21 - BSC Young Boys U21 2 - 0, FC Baden 1897 - FC Bulle 1 - 1, FC Breitenrain Bern - Vevey-Sports 5 - 3, SC Brühl St.Gallen - SR Delémont 1 - 1, FC Biel-Bienne 1896 - FC Paradiso 2 - 0, FC Zürich U21 - FC Basel 1893 U21 2 - 0, FC Rapperswil-Jona - FC Bavois 2 - 1, FC Luzern U21 - SC Cham 1 - 3, SC Kriens - FC Grand-Saconnex 4 - 2

Hoval Promotion League - 2024/2025
1. FC Rapperswil-Jona 34/69, 2. SC Kriens 34/68, 3. FC Biel-Bienne 1896 34/65, 4. FC Basel 1893 U21 34/56, 5. FC Breitenrain Bern 34/53, 6. SC Cham 34/44, 7. FC Grand-Saconnex 34/42, 8. Vevey-Sports 34/42, 9. FC Paradiso 34/42, 10. FC Bulle 34/41, 11. FC Bavois 34/40, 12. BSC Young Boys U21 34/40, 13. SC Brühl St.Gallen 34/40, 14. FC Luzern U21 34/39, 15. FC Lugano U21 34/39, 16. FC Zürich U21 34/39, 17. FC Baden 1897 34/39, 18. SR Delémont 34/37
Ein Aufsteiger in die Challenge League (Nachwuchsteams können nicht aufsteigen) / Zwei Absteiger in die 1. Liga Classic
Die ersten sieben Mannschaften qualifizieren sich für den Schweizer Cup 2024/2025 - die Nachwuchsteams/U21 sind davon ausgeschlossen.

Promotion League Saison 2024/25, Resultate und Tabellen - Rijad Saliji, FC Rapperswil-Jona - Calvin Heim, SC Brühl St.Gallen - 24.05.2025

Dramatik im Titelkampf – FC Rapperswil-Jona holt Titel
Der letzte Spieltag der Saison hatte alles zu bieten, was das Fußballherz begehrt: Spannung, Emotionen und eine Entscheidung im Titelkampf bis zur letzten Minute. Im Zentrum des Geschehens standen der FC Rapperswil-Jona und der SC Kriens, die beide ihre Aufstiegschancen wahren wollten.
Während der SC Kriens einen Rückstand drehen musste, zeigte vor allem Andi Ukmata eine beeindruckende Leistung. Mit zwei Treffern – dem Ausgleich und dem vorentscheidenden dritten Treffer – avancierte er zum Matchwinner für die Zentralschweizer, die sich mit einem 4-2-Erfolg belohnten und ihre Hausaufgaben machten.
Gleichzeitig tat sich der FC Rapperswil-Jona schwer im Heimspiel gegen den FC Bavois. Doch in der 60. Minute erlöste Rijad Saliji seine Mannschaft mit einem sehenswerten Freistosstor, das letztlich zum knappen, aber entscheidenden Sieg führte. Mit diesem Erfolg sicherten sich die Rapperswiler nicht nur drei Punkte, sondern auch den Meistertitel.
Die 1768 Zuschauer im Stadion Grünfeld verwandelten die Arena nach Abpfiff in ein Tollhaus. Gemeinsam feierten sie den Titelgewinn und den damit verbundenen Aufstieg – ein würdiger Abschluss einer packenden Saison.

SR Delémont verpasst Rettung in letzter Sekunde
Im Paul-Grüninger-Stadion kam es zum Showdown im Abstiegskampf: Die SR Delémont und der SC Brühl trafen im alles entscheidenden Direktduell aufeinander. Für die Jurassier war ein Sieg Pflicht, während den Ostschweizern - aufgrund der schwachen Tordifferenz - zum sicheren Ligaerhalt ein Unentschieden benötigte.
Die Partie begann mit hohem Tempo und sichtbarer Nervosität auf beiden Seiten. Nach einem Aluminiumtreffer der Gäste aus Delémont konterte Brühl blitzschnell – und wer sonst als der Torjäger vom Dienst, Angelo Campos, brachte die Gastgeber in Führung.
Doch die Hoffnung auf eine frühe Vorentscheidung trog. Nur wenige Minuten nach der Pause gelang den Gästen der Ausgleich. Nun war Delémont am Drücker – und suchte verzweifelt das so dringend benötigte zweite Tor. Doch die Brühler-Defensive hielt stand – bis zur Nachspielzeit.
In der 95. Minute zeigte Schiedsrichter Luca Schelbli auf den Punkt. Elfmeter für Delémont. Der Druck lag nun auf Martin François, der die letzte Chance auf den Klassenerhalt auf dem Fuß hatte. Doch Brühls Torhüter Calvin Heim wuchs in diesem Moment über sich hinaus – und parierte.
Der Rest war grenzenloser Jubel: Die Heimfans explodierten vor Freude, feierten den gehaltenen Elfmeter wie einen Titelgewinn und bejubelten den Verbleib in der Liga. Für SR Delémont hingegen endete der Abend in bitterer Enttäuschung – und mit dem Abstieg.

Nachwuchs von Basel und YB im Ferienmodus – FC Baden steigt bitter ab
Im Abstiegskampf der Promotion League kam es am letzten Spieltag zu dramatischen Wendungen. Die U21-Mannschaften des FC Basel und der Young Boys zeigten wenig Inspiration, verloren ihre Partien – und lösten damit eine Kettenreaktion im Tabellenkeller aus.
Nutznießer dieser Entwicklungen waren ausgerechnet die Nachwuchsteams des FC Zürich und des FC Lugano. Beide konnten sich dank ihren Siegen den Klassenerhalt sichern.
Der große Verlierer des Tages war der FC Baden. Die Aargauer kamen im heimischen Esp vor 1'345 Besuchern gegen den FC Bulle nicht über ein Unentschieden hinaus – zu wenig, um sich über die Ziellinie zu retten. Aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber den U21-Teams aus Zürich und Lugano muss Baden den bitteren Gang in die 1. Liga Classic antreten.
Für das Team von Trainer Genesio Colatrella bedeutet der Abstieg eine herbe Enttäuschung – und das Ende einer Saison, die von Rückschlägen und verpassten Chancen geprägt war.

SC Cham, FC Grand-Saconnex und Vevey-Sports schnappen sich letzte Cuptickets
Im Kampf um die verbleibenden drei Startplätze im Schweizer Cup setzten sich der SC Cham, der FC Grand-Saconnex und Vevey-Sports durch. Besonders dramatisch verlief das Fernduell um das letzte Ticket.
Vevey-Sports qualifizierte sich denkbar knapp vor dem FC Paradiso – einzig dank der mehr erzielten Tore. Beide Teams standen punktgleich da, doch am Ende entschieden Kleinigkeiten über Freude und Frust. Für die Tessiner kam es besonders bitter: Ein Treffer des FC Biel-Bienne in der 83. Minute zerstörte alle Hoffnungen auf eine Cupteilnahme und besiegelte das Ausscheiden aus dem Rennen.
Für den ambitionierten FC Paradiso endet die Saison damit enttäuschend. Trotz hoher Ansprüche reichte es am Ende nicht. Vevey-Sports hingegen darf sich auf die Cupteilnahme freuen – hauchdünn, aber verdient.

Promotion League vor Identitätskrise - Nachwuchsteams verdrängen Traditionsklubs
Der Abstieg der beiden Traditionsklubs markiert nicht nur das bittere Ende einer sportlich enttäuschenden Saison, sondern wirft auch grundsätzliche Fragen über die Zukunft der Promotion League auf. Mit dem FC Baden und der SR Delémont verlieren gleich zwei Vereine die Liga, die über eine breite Fanbasis, engagierte Vereinsarbeit und sportliche Ambitionen verfügten – ein schwerer Schlag für die Attraktivität und Substanz der dritthöchsten Schweizer Spielklasse.
Besonders brisant: Während Traditionsvereine straucheln, stehen zwei weitere Nachwuchsteams von Super-League-Klubs vor dem Aufstieg. Ein Szenario, das viele Anhänger mit Sorge betrachten. Der Charakter der Liga als Bühne für regional verwurzelte Spitzenvereine des Breitensports droht zunehmend zu verblassen – stattdessen entwickelt sich die Promotion League zur verlängerten Werkbank der Super League.
Die Ungleichheit wächst: Im Abstiegskampf können viele klassische Vereine wirtschaftlich und strukturell kaum noch mit den professionell aufgestellten U21-Teams der Grossklubs mithalten. Die Folge ist eine sportliche Verzerrung, die sich mittelfristig verschärfen dürfte. Die Schere zwischen den Topteams mit Profistrukturen und dem breiten Rest der Liga geht weiter auseinander – mit potenziell gravierenden Folgen für die sportliche Durchmischung und die Fanbindung.
Die Promotion League steht damit an einem Scheideweg. Wenn sie ihre Rolle als Plattform für ambitionierte, lokal verankerte Klubs behalten will, braucht es ein Umdenken – bevor sie endgültig zur reinen Reserveliga verkommt.