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Genf - Derby Lémanique mit Servette-Aufstieg (10.05.2019)

Roland Deschain (DeRo) - 18.05.2019
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Wer ist die Nummer 1 am Genfersee?

In der Challenge League stand am 10. Mai 2019 ein besonderer Leckerbissen auf dem Spielplan. Der Servette FC empfing im Derby Lémanique den FC Lausanne-Sport. Dabei ging es nicht nur ums Derby, sondern die Genfer hatten die Möglichkeit mit einem Punktgewinn den Aufstieg perfekt zu machen. Die Waadtländer mussten Punkten um den FC Aarau im Kampf um den Barrage-Platz auf Distanz zu halten.
Mit 20'055 Zuschauern erreichte das Spiel einen neuen Zuschauerrekord für die Challenge League in einem "regulären" Spiel.

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Die Anreise von Elfsport in die Westschweiz verlief geruhsam bzw. fiel in den Pendlerverkehr, von Fussball merkte man erst im Zug zum Stadion etwas. Vor dem Stade de Genève war aber bereits 90 Minuten vor Spielbeginn eine Menge los. Der Vorplatz des Stadion und der Fanshop der Grenats war voll. Die Stimmung locker und voller Vorfreude. Die Genfer strotzten vor Selbstvertrauen, eine Niederlage schien niemand in Betracht zu ziehen.

Das Spiel

Die Grenats starteten mit der lautstarken Unterstützung druckvoll. Bereits nach 4 Minuten erzielten die Genfer durch Miroslav Stevanovic das erste Tor. Ein idealer Beginn, weiter drückte Servette und schon ein paar Minuten später zappelte der Ball zum zweiten Mal im Tor der Lausanner. Das Stadion kochte, doch der Treffer wurde wegen Abseits (eher keines) aberkannt.
In der 15 Minuten folgte der "dritte" Treffer der Servettiens. Torhüter Jérémy Frick faustete den Ball zum 1-1 ins eigene Tor.
Der Heimklub bestimmte weiterhin das Spiel, beide Teams kamen aber nicht zu nennenswerten Chancen.
Nach einem Zusammenprall an der Mittellinie sackte João Oliveira zu Boden. Er musste in Spital gebracht werden. Die erste Halbzeit dauerte deshalb mehr als 50 Minuten.

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Servette wollte unbedingt den Sieg und nahm das Zepter wieder in die Hand. Lausanne, dass die Punkte eigentlich mehr brauchte, konnte nur zwischendurch kleinere Nadelstiche setzen.
In der 74. Minute zirkelte Miroslav Stevanovic einen Freistoss auf Alexandre Alphonse, dieser traf mit dem Kopf zum verdienten 2-1. Es folgte riesiger Jubel auf den Rängen und auf dem Platz. Dies war so gut wie der Aufstieg.
Bereits 3 Minuten später bebte das Stadion schon wieder. Eine Co-Produktion von zwei Einwechselspieler sorgten für den tormässigen Schlusspunkt. Nach einer schönen Ballstafette flankte Daniel Follonier in den Strafraum, akrobatisch versenkte Kastriot Imeri den Ball zum 3-1 Endstand. Der 18-jährige Imeri traf bereits beim Schneekampf in Lausanne zur Entscheidung, er ist ein grosses Talent. Er ersetzt meistens Spielmacher Sébastien Wüthrich, wir sind gespannt wie er sich in der Super League in Szene setzen wird.
In der Nachspielzeit wurde Sally Sarr eingewechselt, viele Fans interpretierten dies falsch und glaubten das Spiel sei fertig. Viele Supporter stürmten aufs Feld. Der Stadionspeaker versuchte verzweifelt dies zu berichtigen. Mit Hilfe der Spieler konnte das Feld wieder geräumt werden. Eine Fan sprintete noch die Linie entlang, er brachte die Cornerfahne zurück an ihren angestammten Platz.
Dann war Schluss - die Fans rannten aufs Feld und feierten den Titel bzw. die Promotion. Die Tore wurden ebenfalls arg strapaziert. Irgendwann waren sie nicht mehr zu sehen.

Titelfeier und lange Heimreise

Die Servette-Spieler verschwanden kurzzeitig in den Katakomben - sie holten sich ihre Aufstiegsshirts und einige Champagnerflaschen. Dann mischten sie sich unter die Fans und liessen es krachen, unter anderem betätigte sich Captain Anthony Sauthier als Vorsänger.

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Die letzte normale Verbindung wurde dank den Feierlichkeiten gerne verpasst. Die lange Zeit wurde mit einem Ballesterer und einem Hörfehler Podcast genüsslich überbrückt.
In Fribourg folgte eine stündige Pause, zum Glück war der Ancienne Gare noch geöffnet. Für ein letztes Siegerbier reichte es knapp, bis man freundlich aus dem Lokal gebeten wurde. Nach einer kurzen Wartezeit fuhr der Nachtbus nach Bern. Um halb Fünf war es geschafft, endlich und todmüde zu Hause.