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Fussball - Geschichten

Promotion League - Start zur Rückrunde 2018/19

Roland Deschain (DeRo) - 26.02.2019

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Allgemeine Situation in der Promotion League

Der FC Stade Lausanne Ouchy ist sportlich top, hat aber finanzielle Probleme. Der FC La Chaux-de-Fonds kämpft ums Überleben, dabei denkt man, dass sich in einer grossen Stadt wie La Chaux-de-Fonds genügend Geld für die Promotion League finden sollte. Dem ist aber nicht so. Der FC Breitenrain ist seriös geführt und hat ein ansehnliches Publikum, trotzdem muss sich der Klub strecken. Einer der bisherigen Krösuse der FC Köniz scheint ebenfalls zu sparen.
In der 1. Liga Classic hat es einige Clubs (u.a. FC Solothurn, FC Black Stars Basel, FC Baden, Etoile Carouge FC), welche Aufsteigen wollen.
Die Promotion League ist klar eine Amateurliga, trotzdem sind die Ausgaben beachtlich. Einige Vereine sind ambitioniert und versuchen schon fast professionelle Strukturen zu betreiben. Die Zuschauerzahlen sind überschaubar und somit auch die Einnahmen. Ohne Mäzen im Hintergrund sind die Budgets nicht zu stemmen. Die Ligazusammensetzung wird sich weiter ändern. Es gibt Stimmen, welche die PL in die Swiss Football League integrieren wollen, dies wäre einerseits konsequent. Auf der anderen Seite ist fraglich ob die Liga in der SFL über ein Nischendasein hinauskommen würde.
Trotzdem lohnt es sich die Spiele zu schauen, es sind Fussballspiele und nicht Events. Deshalb haben wir uns die Teams etwas angeschaut und wagen eine Prognose...

Promotion League

1FC Stade-Lausanne-Ouchy 17134047-143343
2FC Stade Nyonnais 17102540-152532
3Yverdon Sport FC1795330-131732
4AC Bellinzona1777320-15528
5FC Sion II1783624-17727
6FC Breitenrain 1783627-27027
7SC Cham 1774629-28125
8FC Bavois1759329-191024
9FC Köniz 1766526-23324
10SC Brühl 1763836-36021
11FC Münsingen1755721-25-420
12FC Basel 1893 II1746728-28018
13FC Zürich II1744919-31-1216
14FC Wohlen1736824-39-1515
15SC YF Juventus 17421111-29-1814
16FC La Chaux-de-Fonds17131313-65-526

Das Mittelfeld

Der SC Cham ist unauffällig, so auch die bisherige Klassierung. Sportchef Marcel Werder hat für die Rückrunde Platz 6 als Ziel ausgegeben, dies liegt im Bereich des Möglichen.
Der Abgang von Captain Dejan Jakovljevic zum FC Baden schmerzt. Mit Kevin Röthlisberger vom SC Kriens und Cristian Miani vom FC Köniz konnte man sich aber eher verstärken. Das Ziel wird der Verein ganz knapp verfehlen, es bleibt beim Platz 7.

Dem FC Köniz war vor der Saison einiges zuzutrauen, mit Zwischenrang 9 sind die ambitionierten Berner nicht zufrieden.
Nun kommt es zu einem grossen Umbruch. Langzeittrainer und Präsident Bernhard Pulver trat endgültig ab, mit ihm verlässt auch sein Assistent Gabriel Urdaneta das erste Team. Er übernimmt die zweite Mannschaft. Neuer Trainer wird im Gegenzug Silvan Rudolf, er stieg von der zweiten Mannschaft zur ersten auf.
Unzählige Abgänge und Zugänge geben dem Team ein völlig neues Gesicht. Dabei sind auch gewichtige Spieler, unter anderem bediente sich das aufstrebende NK Pajde Möhlin mit drei Spielern (Fabio Donato, Anto Franjic, Marko Bicvic). Vor allem Torjäger Anto Franjic wird eine grosse Lücke hinterlassen, wobei er kein einfacher Genosse ist. Der Verein wird eher kleinere Brötchen backen müssen.

Der Dorfklub Bavois überraschte wieder und überwinterte im soliden Mittelfeld. Adrian Alvarez war eine Entdeckung dieser Saison, er spielte sehr stark und erzielte 11 Tore.
Der Kader blieb mehr oder weniger zusammen. Die Langzeitverletzten Aziz Demiri, Hicham Bentayeb und Yannick Bovay sind wieder fit, dies sind die grössten Verstärkungen. Ebenfalls spannend ist der Zuzug von Léo Morax (FC La Sarraz-Eclépens), er wurde auch schon von Ligue 1 - Klub AS St.Etienne umworben. Doch seither ist es ruhig um ihn geworden, die letzte Saison verbrachte er hauptsächlich auf der Bank bei Stade Lausanne Ouchy, vielleicht gelingt ihm der Durchbruch beim FC Bavois. Trainer Bekim Uka und seiner Equipe ist eine gute Rückrunde zuzutrauen.

Glamour im Abstiegskampf

Beginnen wir mit dem Schlusslicht FC La Chaux-de-Fonds. Die Jurassier gehörten lange zur ersten Liga, mit den Problemen in der Uhrenindustrie begann der Abstieg. Seit den 1990er-Jahren kämpft der Klub hauptsächlich mit sich selber bzw. mit dem (fehlenden) Geld.
Die Vorrunde lief desaströs, auf dem Feld kassierte man 65 Gegentore und holte mickrige sechs Pünktchen. Neben dem Platz herrschte das Chaos und ein riesen Loch im Portemonnaie, seit Mitte Dezember hat der Verein mit Sadry Ben Brahim einen neuen Präsidenten. Er und seine neuen Vorstandskollegen wollen den Klub retten. Sportlich geht es nur darum einigermassen konkurrenzfähig zu sein und sich nicht weiter zu blamieren. FC Sion Präsident Christian Constantin unterstützt den Klub mit gratis Leihgaben. Alles andere als der Abstieg bzw. der letzte Platz wäre ein Wunder.

Der zweite Abstiegsplatz wird hart umkämpft sein, es ist zu befürchten, dass es den FC Wohlen erwischt. Die Vorbereitung zur zweiten Saisonhälfte verlief grösstenteils ruhig und seriös. Der eine oder andere Transfer wurde getätigt. Die beiden neuen Offensivkräfte Thomas Schiavano (vom SC Cham) und Victor Pelae Cardoso (von YF Juventus) zeigten gute Ansätze in der Vorbereitung. Doch wenn man ihre Statistiken anschaut, waren sie bei ihren vorherigen Klubs nur Mitläufer. Ob sie wirklich die benötigten Verstärkungen sind, darf bezweifelt werden. Immerhin trainiert der Captain Alain Schultz nach seiner Verletzung wieder mit, er wird der Mannschaft gut tun.
Der sympathischen, grauen Maus aus dem Aargau mit den tollen Teilzeit-Fans wäre der Klassenerhalt zu wünschen, es wird aber sehr schwierig werden.

Das Pech vom FC Wohlen ist natürlich, dass die zweiten Mannschaften des FC Basels und des FC Zürich hinten stehen. Diese beiden Teams dürften im Notfall sicherlich Unterstützung aus den ersten Mannschaften erhalten. Dies kann man zurecht als Wettbewerbsverzerrung ansehen. Die Liga müsste sich Gedanken zu diesen Regeln machen bzw. sinnvollerweise die Zweitteams ausschliessen.

Der Hauptkonkurrent SC YF Juventus hat sein Kader nach der enttäuschenden Hinrunde deutlich verändert. Darunter befinden sich einige Spieler mit Potenzial, aus der Challenge League Mike Kleiber (FC Rapperswil-Jona), der vereinslose Orhan Mustafi (früher u.a. GC, Basel, Lugano), Endogan Adili vom FC Kosova (früher u.a. GC, Basel, Galatasaray Istanbul) und Enis Ramadini vom FC Köniz. Nicht zu vergessen ist Guy Roger Eschmann (Al-Musannah SC, Oman), er spielte in der U17-Nationalmannschaft mit den heutigen Natistars Haris Seferovic und Granit Xhaka zusammen. Das Magazin zwölf berichtete ebenfalls schon über ihn, nun versucht er es bei den Stadtzürchern.
Für Glamour ist also gesorgt, wenn sich das Team schnell findet, wird sich der Klub retten können.

Auf den Plätzen 10 und 11 dürfen sich der SC Brühl und der FC Münsingen trotz sechs bzw. sieben Punkten Vorsprung nicht allzu sicher fühlen.
Der FC Münsingen gehörte zu den positiven Überraschungen, die Berner waren Abstiegskandidat Nummer 1. Doch emsig und mit Glück (Forfait-Sieg gegen Yverdon) holte das Team von Langzeittrainer Kurt Feuz immer wieder Punkte. Dies wird in der Frühjahrssaison wieder so sein - Elfsport-Prognose - Mission Impossible erfüllt, Klasse wird gehalten.

Auf der anderen Seite war der SC Brühl eine herbe Enttäuschung. Kurz vor der Winterpause wurde deshalb die Reissleine gezogen und Trainer Uwe Wegmann beurlaubt. Der relativ unbekannte Heris Stefanachi (vom FC Bazenheid, 2. Liga Interregional) ersetzte ihn, damit geht Sportchef Roger Jäger ein beachtliches Risiko ein. Hoffentlich kann der junge Trainer das Team zurück auf die Spur bringen.
Das Talent Nicolas Eberle wechselte in die Challenge League zum FC Rapperswil-Jona, dafür kommt mit Dejan Janjatovic (zuletzt vereinslos, davor u.a. FC St. Gallen, Nachwuchs Bayern München) ein richtiger Knaller. Er möchte seine Karriere bei den Kronen neu lancieren. Das Team hat definitiv einiges an Potenzial, Platz 5 oder 6 sollte erreichbar sein.

Kampf um den Aufstieg

Der FC Stade Lausanne Ouchy ist souveräner Leader und als einziges Team ohne Niederlage. So überzeugend wie die Waadtländer im Herbstdurchgang gespielt haben, ist der Kampf um Platz 1 eigentlich gelaufen.
Ohne die beiden Forfait-Niederlagen hätte Meisterschaftsfavorit Yverdon Sport FC nur 5 Punkte (statt 11 Punkte) Rückstand, dann wäre noch für Spannung gesorgt gewesen. Dies ist aber nicht der Fall.
Doch die beiden Verfolger FC Stade Nyonnais und Yverdon dürfen weiter vom Aufstieg träumen. Der Leader hat mit finanziellen Problemen zu kämpfen der Präsident Resul Sahingöz wurde abgesetzt. Überraschend trat Nyon-Präsident Vartan Sirmakes als Retter auf. Er möchte für seine beiden Stade-Teams die Challenge League - Lizenz beantragen.
Wegen den Geldproblemen werden die Gehälter um ca. 20-30% gesenkt, aktuell sieht es danach aus, als ob dies die Spieler akzeptieren. Retter Sirmakes teilte aber etwas überraschend mit, dass die Lohnsumme bei den Stadist aus Nyon höher sei, als bei den Lausannern. Auf dem Transfermarkt hat der alte Präsident Sahingöz mit Mittelfeldspieler Michael Perrier (vom FC Aarau) noch einen kleinen Transfercoup gelandet. Im Waadtland wird trotz diesen Problemen weiterhin vom Aufstieg gesprochen, man darf gespannt sein, wie sich die Situation weiter entwickelt.

Yverdon darf sich berechtigte Aufstiegshoffnungen machen. Bereits letzte Saison hätte Nyon wegen dem Stadion keine CL-Lizenz erhalten. Die Lausanner müssten beim Stadion ebenfalls nachlegen. Die Stadt Lausanne, welche bereits für Lausanne Sport ein neues Stadion finanziert/mitfinanziert, hat nur bedingt Interesse Geld für eine weitere Infrastruktur auszugeben.
Zusätzlich hat sich der Klub beim Konkurrenten Nyon bedient, Hugo Fargues und Ridge Mobulu konnten verpflichtet werden. Dazu stossen zwei bekannte, vereinslose Kicker zur Mannschaft, Florian Berisha (ex-Klubs u.a. Stade Nyonnais, Servette, Xamax, Aarau) und Zakaria Hamadi (ex-Chiasso, Milan-Nachwuchs). Demgegenüber stehen zwei Abgänge, Raphaël Gherardi kehrt nach Frankreich zum SC Schiltigheim zurück und Cristian Bud zieht es in die Heimat zum Erstligisten AFC Hermannstadt Sibiu. Es wird somit alles probiert, um den Aufstieg doch noch zu realisieren.

Diverse Kadermutationen gab es beim FC Stade Nyonnais, wobei hauptsächlich die Abgänge zu Yverdon schmerzen. Im Tor soll Dario Thürkauf (von La Chaux-de-Fonds) für mehr stabilität sorgen. Vom FC Wohlen kommt Stürmer Jordi Nsiala, er dürfte Backup von Topskorer Karim Chentouf werden, mehr ist ihm kaum zuzutrauen. Der Kader hat einiges Potenzial, doch mehr als Platz 3 dürfte nicht drinliegen.

Die AC Bellinzona rechnet sich als Vierter ebenfalls noch leise Aufstiegschancen aus. Die Tessiner sind ambitioniert, man darf auf die nächste Saison bzw. auf die Aktivitäten in der Sommerpause gespannt sein.

Der FC Breitenrain, welcher auf Platz 6 und nur 1 Punkt hinter Bellinzona liegt, hat bisher überrascht, das Team wird aber eher zurückfallen bzw. maximal seinen Platz halten können.
Die Stadtberner hatten einige Turbulenzen zu verkraften. An der Hauptversammlung im Dezember präsentierte der Präsident Claudio A. Engeloch einen 6-stelligen Verlust. Dank einigen namhaften Spenden ist die Saison aber gesichert.
Eine Taskforce wurde eingesetzt um den Verein fit für die Zukunft zu machen. Der Sportchef Roland Truog - erst seit anfangs Frühling 2018 im Amt - verlässt den Verein bereits wieder. Diese Funktion wird neu durch eine Sportkommission übernommen. Enrico Schirinzi (ex- Vereine u.a. FC Luzern, FC Lugano, FC Thun, FC Vaduz) tritt zurück und nimmt Einsitz in die Kommission. Mit Edis Colic verlässt ein weiterer erfahrener Spieler den Klub, er wechselt zum ambitionierten NK Pajde Möhlin in die 2. Liga Interregional.

Elfsport-Prognose

1. FC Stade Lausanne Ouchy 2. Yverdon Sport FC 3. FC Stade Nyonnais 4. AC Bellinzona 5. FC Bavois 6. SC Brühl St.Gallen 7. SC Cham 8. FC Sion II 9. FC Basel II 10. FC Breitenrain 11. FC Köniz 12. SC YF Juventus Zürich 13. FC Münsingen 14. FC Zürich II 15. FC Wohlen 16. FC La Chaux-de-Fonds

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